Deutscher Kinderschutzbund - OV Tuttlingen e.V. 

Jahresbrief2001

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Im Dezember 2001

 

„Wer an der Jugend spart, wird in Zukunft verarmen“

Liebe Mitglieder, liebe Freunde des Kinderschutzbundes,

 wir schauen auf ein Jahr zurück dessen Ereignisse uns alle tief bewegt haben und die uns noch lange beschäftigen werden.
Das Jahr 2001 war für den Kinderschutzbund ein bedeutendes Jahr. Mit der Einrichtung unserer Beratungsstelle haben wir seit März ein weiteres Angebot für die Menschen, die bei uns Hilfe suchen.

 
Iris Bieder, Dipl. Sozialpädagogin, stellt sich und ihre Arbeit selbst vor:
„Ich bin 44 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Söhne im Alter von 17 und 15 Jahren und eine zehnjährige Tochter .
Berufliche Erfahrung konnte ich in den unterschiedlichsten Bereichen sammeln. Die Jahre, in denen ich mich ausschließlich der Erziehung meiner Kinder gewidmet habe, sind mir heute ein reicher Erfahrungsschatz, aus dem ich vor allem Verständnis und Einfühlungsvermögen schöpfe.

An drei Vormittagen und einem Nachmittag in der Woche bin ich für alle, die Rat, Hilfe oder nur eine Auskunft möchten, in der Geschäftsstelle erreichbar. Von der Sachspendenabgabe, der Babysittervermittlung über das Beratungsgespräch bei Erziehungsproblemen bis hin zu akuten Kriseninterventionen konnte ich in den vergangenen Monaten unmittelbar und unbürokratisch Familien unterstützen. Mehrfach war der Kinderschutzbund auch bei Gewalt und Missbrauch erster Ansprechpartner für Betroffene, aber auch für Nachbarn, Freunde oder Verwandte, auf der Suche nach Hilfe. Unsere Beratungsstelle bietet hier ein eher niederschwelliges Angebot. Ratsuchende können sich auch anonym über eventuelle Lösungswege informieren.

 Ein Schwerpunkt meiner Arbeit ist die Begleitung von Familien durch die schwere Zeit von Trennung und Scheidung. In Fällen, in denen Kinder gar keinen Kontakt mehr zu einem Elternteil haben, versuchen wir über den Betreuten Umgang, diesen wieder herzustellen. Durch begleitende und beratende Gespräche werden die Eltern befähigt, auch den getrennten Partner als Elternteil wahrzunehmen und in das Lebensumfeld der Kinder wieder mit einzubeziehen. Dies ist für das „gescheiterte Paar“ oft ein sehr schwieriger und schmerzhafter Prozess, für die gesunde seelische Entwicklung der Kinder aber unerlässlich. Bei der Betreuung der Kinder, ihrer Väter und Mütter werde ich von vier ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen unterstützt.

Wichtig für meine gesamte Arbeit in der Beratungsstelle ist der regelmäßige und intensive Austausch mit allen Mitarbeitern des Kinderschutzbundes und der Vorstandschaft, allen voran den drei Vorsitzenden.

Der Vielfältigkeit unserer Arbeit in einem engagierten Team zu begegnen, macht nicht nur  sehr viel Freude, sondern bringt auch Erfolge.“

Es ist uns ein Anliegen unseren ehrenamtlichen sowie hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu danken. Ohne ihren engagierten Einsatz wäre unsere Arbeit zum Wohl der Kinder nicht möglich.

Seit der Übernahme der Beratungsgespräche durch Frau Bieder können wir Vorsitzende uns noch intensiver auf organisatorische Aufgaben und auf Öffentlichkeitsarbeit konzentrieren.

Die Zusammenarbeit mit Frau Bieder ist durch ihre engagierte, offene und freundliche Art für das Kinderschutzbund-Team und die Hilfesuchenden sehr angenehm. Durch ihre Fachkompetenz ist sie eine Bereicherung für den Kinderschutzbund.

 Bei der Familiensprechstunde und dem angeschlossenen Kleiderladen sind Frau Bieder, eine Vorsitzende oder eine ehrenamtliche Mitarbeiterin Ansprech-partner.

Nach wie vor werden Familiensprechstunde und Kleiderladen gut besucht. Dank der vielen Spenden aus der Bevölkerung ist der Kleiderladen meist gut bestückt.

Im vergangenen Jahr konnten wir sehen, dass vermehrt auch junge deutsche Mütter kommen, um unseren Rat und unsere Unterstützung zu suchen.

 Die Hausaufgabenbetreuung, an der Schillerschule geleitet von Frau Storz und an der Wilhelmschule von Frau Pauker-Pajewski, ist seit Jahren ein wichtiger Bereich unseres Angebots und eine nicht mehr wegzudenkende Institution des Schulalltags in Tuttlingen.

Für die vor allem ausländischen Kinder des Innenstadtbereiches ist der wöchentliche Spielnachmittag eine wichtige Anlaufstelle. Unser Erzieher Daniel Schmidt, der seit drei Jahren hier verantwortlich ist, legt großen Wert darauf, Ansprechpartner für die Kinder und Jugendlichen zu sein. Von den Betreuern wird viel Geduld und Einfühlungsvermögen gefordert, vor allem bei der Durchführung von Beschäftigungen, die Ruhe und Konzentration verlangen.

Der Minitreff, der im vergangenen Jahr starken Zuspruch hatte, ist ein beliebtes Angebot bei jungen Eltern. Bis zu 15 Kinder werden in unseren Räumen zweimal die Woche am Vormittag liebevoll betreut. Diese Zeit können die Eltern nutzen, um wichtige Besorgungen zu machen.

Fester Bestandteil unseres jährlichen Programms ist die Beteiligung beim Stadtfest, der Ausflug für die Kinder von Hausaufgabenbetreuung und Spielnachmittag und Aktionen zum Weltkindertag.

Zum vierten Mal führten wir in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule einen Babysitterkurs durch. Acht Mädchen und ein Junge sind jetzt stolze Besitzer eines Babysitter-Zertifikates.

Gemeinsam mit Caritas und Ev. Kinder- und Jugenddorf konnten wir im September Fr. Kodjoe zu einem Vortrag gewinnen, mit dem immer wichtiger werdenden Thema „Wie Eltern bleiben bei Trennung und Scheidung?“

In Kooperation mit der Volkshochschule fanden zwei Vorträge statt, mit den Themen: „Aufmerksamkeitsdefizit-Syndrom“ und „Sinnvoller Umgang mit Medien“.

Zum Thema „Gewalt gegen Frauen“ wurden zwei Veranstaltungen organisiert. Beteiligte waren Frauenhaus, Phönix, Frauenarbeit der Ev. Kirche, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt und Kinderschutzbund.

Zum Abschluss möchten wir uns bei allen Mitgliedern und Freunden, bei Stadt und Landkreis und bei den Amtsgerichten und dem Landgericht für die ideelle und finanzielle Unterstützung im vergangenen Jahr ganz herzlich bedanken.

Unseren ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern danken wir sehr herzlich für ihren engagierten und tatkräftigen Einsatz.

Nur durch diese Unterstützung war es uns möglich, für viele Kinder eine Verbesserung ihrer Lebenssituation zu erreichen.

Wir wünschen Ihnen eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und ein friedvolles neues Jahr.

Für das Kinderschutzbund-Team

Dr. Anneliese Schwab, Bärbel Tapal, Beate Waizenegger

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren an: dksb<at>dksb-tut.de
Stand: 01. Mai 2012